Risiken  durch  ppd    (para-Phenylendiamin)



Beispiel: Inebrya ist eine PPD-freie Haarfarbe


Sensibilisierung durch PPD ( para-Phenylendiamin)

PPD (schwarze Pigmentierung) ist ein Inhaltsstoff in vielen tiefschwarzen Alltagsdingen, wie z.B. schwarzer Kleidung und allen anderen Sachen, mit denen wir tagtäglich konfrontiert werden, insbesondere schwarze Hennafarbe!

Echte, reine Hennafarbe ist nicht schwarz, sondern rot! Es muss also sehr viel PPD beigemischt werden, um die Farbe so tiefschwarz zu bekommen. Dieser Inhaltsstoff kann/wird allergischen Reaktionen den Weg bereiten.

Immer häufiger, so berichten auch Dermatologen, kommen Patienten in die Arztpraxen, weil sie auf Haarfarben allergisch reagieren. Die Sensibilisierung darauf hat jedoch schon Monate/ Jahre vorher stattgefunden. Oft im Urlaub, denn die filigranen schwarzen Henna-Tattoos enthalten diesen Farbstoff, um die Hennafarbe dunkler und intensiver wirken zu lassen. Die Substanz besitzt ein stark sensibilisierendes Potential, so dass es bei erneutem Kontakt mit PPD zu allergischen Kontaktekzemen kommen kann. 

Zwar darf para-Phenylendiamin in Europa kosmetischen Mitteln zur Färbung der Haut nicht zugesetzt werden, doch im Kosmetikbereich ist die Verwendung in Haarfarben nach europäischem Recht noch erlaubt. Für Henna selbst ist keine sensibilisierende Wirkung nachgewiesen. In der kosmetischen Anwendung auf der Haut ist es in Europa dennoch nicht zugelassen!!!

Wer einmal gegenüber PPD sensibilisiert ist, kann lebenslänglich allergisch auf den Stoff oder auf Farben mit ähnlicher chemischer Struktur reagieren. Produkte, die diese Substanzen enthalten, müssen eigentlich, um Nummer sicher zu gehen, konsequent gemieden werden. Und das ist gar nicht so einfach: para-Phenylendiamin kann außer in Haarfarben auch als Bestandteil von Farbstoffen in sämtlichen Gebrauchsprodukten enthalten sein!!!

Besonders tragisch ist eine PPD-Allergie für Friseure: Sie müssen häufig ihren Beruf wechseln. Für Jugendliche, die auf PPD allergisch reagieren, bleiben diese Berufe oft verschlossen, da sie bereits in den ersten Monaten der Ausbildung eine "Allergie" entwickeln...

Die Menge des kontaktierten PPD`s bestimmt mit, ob eine Allergie sich ausbildet oder nicht. Man nennt das die "Dosis-Wirkungs-Beziehung" und sie bestimmt auch den Schweregrad der Erkrankung. 

Es gibt Schätzungen, nach denen zwischen 1,4 und 3,4 Millionen Menschen gegen Duftstoffe sensibilisiert sind. Viele der 26 Duftstoffe, die von der EU als deklarationspflichtig eingestuft wurden, haben sich jedoch als relativ unproblematisch erwiesen. Die Sensibilisierungsquoten waren sehr gering. Oft findet die Sensibilisierung auf in Haarfarben/Kosmetika enthaltene Inhaltstoffe nicht durch die Haarfarben/Kosmetika selbst, sondern durch andere Quellen, wie das hier erwähnte PPD, statt.

Das oft verrufene Ammoniak in unseren Haarfarben ist also NICHT der Hauptauslöser bei Ekzemen und/oder Allergien, sondern eher das PPD!

Vielleicht sollte man gar nicht so sehr auf ammoniakfreie Haarfarben achten, sondern viel mehr auf Haarfarben, die kein PPD enthalten.

Das ist übrigens auch mit einer der Hauptgründe, warum es uns untersagt wird, Jugendlichen unter 16 Jahren die Haare zu färben. Die Info besagt zwar: "Diese Haarfarben sind nicht für Personen unter 16 Jahren BESTIMMT" und NICHT "Diese Haarfarben sind für Personen unter 16 Jahren VERBOTEN".

Von Friseurmeisterin Silke Leusche-Weigel, Melle