Frisurengeschichte :  Steinzeit


Evolution der Körperbehaarung - Affe mit Haarausfall?

Warum der Urmensch sein ehemals dichtes Haarkleid verloren hat, weiß man bisher gar gar nicht so genau.

Der "nackte Affe" ist jedenfalls außerordentlich anpassungsfähig. Man vermutet, dass der Verlust der Haare etwas mit der Schweißabsonderung des Menschen zu tun hat. Der Schweiß kann nämlich auf der glatten Haut viel besser verdunsten und kühlt daher intensiver.

Ebenso möglich ist es aber, dass die verringerte Körperbehaarung einfach keinen massiven Nachteil darstellte und sich eher zufällig ausgeprägt hat. Trotz allem: Die Haare, die uns noch geblieben sind, erfüllen auch bestimmte Funktionen.


Am Haarfollikel unter der Hautoberfläche sitzen winzige Muskeln. Sie sind verantwortlich für eine Reaktion, die jeder kennt: die Gänsehaut. Sie entsteht, wenn sich diese kleinen Muskeln zusammenziehen. Dies passiert reflexartig zum Beispiel bei bestimmten Gefühlserlebnissen wie Erschrecken, Ekel oder auch lustvollen Schauern.

Als Rest einer Imponiergeste, richten sich - wie bei einigen Tieren - die Haare auf. Gegner sollen abgeschreckt werden, indem sich der Bedrohte wie ein Vogel "aufplustert" und größer erscheint als er ist. Auch bei Kälte sträubt sich uns "das Fell"...mehr

Durch das Zusammenziehen wird die Durchblutung der Oberhaut und damit der Wärmeverlust verringert. Gleichzeitig bildet sich zwischen den aufgerichteten Härchen und der Haut ein Luftpolster, welches die Körperwärme hält. Paradoxerweise gibt es einen ähnlichen Effekt zum umgekehrten Zweck, nämlich als Schutz vor Überhitzung.

Es gibt Anthropologen, die das stark gekrauste Haar vieler Afrikaner als einen Sonnenschutz des Gehirns ansehen. Die spiralige Kräuselung führt dazu, dass immer wieder kühle Luft die locker abstehenden Kraushaare durchwehen kann - immerhin ist unser Gehirn ein wichtiges und empfindliches Organ, das optimal geschützt werden will.

In geringem Umfang leiten die Haare auch Tastempfindungen weiter. Viele unserer Borstenhaare wie Wimpern, Nasen- und Ohrenhaare haben die Aufgabe, die Organe vor Fremdkörpern zu schützen; die Augenbrauen verhindern, dass uns Schweiß in die Augen läuft.

Rasur

Wann haben eigentlich die Menschen angefangen sich zu rasieren? Höhlenmalereien beweisen, dass sich die Menschen bereits vor über 25.000 ...mehr in der  Historie des Bartes und der Rasur






Buchtipp:
"Von der Kunst, Locken auf Glatzen zu drehen"
Eine illustrierte Kulturgeschichte der menschlichen Haarpracht
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Spätestens seit Erfindung des Frisiersalons gut 300 Jahre vor Christus gilt auch im Alltag, was in der Politik schon lange galt: das Haar macht den Mensch. In ihrem mit wunderbarer Eleganz geschriebenen Buch sind die Geschwister Mayr der Spur der Haare quer durch die Welt-, Kultur- und Zivilisationsgeschichte gefolgt: von den Anfängen bis heute, von Barbarossas rotem (!) Bart bis Fidel Castro, von der Perückenmode des glatzköpfigen Ludwig XIII. bis Jacqueline Kennedy und David Beckham, von den künstlichen Wimpern der drag-queens bis zur rasierten Scham moderner...mehr

Auszug aus Von der Kunst, Locken auf Glatzen zu drehen. Eine illustrierte Kulturgeschichte der menschlichen Haarpracht. von Daniela F. Mayr, Klaus O. Mayr. Copyright © 2003. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.



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Von der Kunst Locken auf Glatzen zu drehen
Der Schönheit verbunden - Friseure & Barbiere
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