Historie  der  Haare  &  Frisuren :   Neuzeit

 
 
 


Jugendstil (1850- 1900)

Ab 1850 konnten es sich mehr Menschen als je zuvor leisten zum Coiffeur zugehen. Am Anfang setzten sich mehrheitlich französische Frisuren durch, dessen Kennzeichen ein Mittelscheitel war.

In Österreich sorgte derweil Kaiserin Elisabeth (Sissi), mit ihren langen Haaren die mit Blüten geschmückt waren, für Schlagzeilen. In den 60er Jahren des 19. Jhs. beschäftigt sich die Frau von Rang zum Zeitvertreib u.a. mit der Herstellung von Haararbeiten. Diese dienen in erster Linie repräsentativen Zwecken.

Ein Jahrzehnt später wandelt sich das Blatt. Aufwendiger Zierat, Haarkämme oder künstliche Haarteile verschwinden nahezu vollständig aus dem Straßenbild. Natürliche und einfache Frisuren erhalten den Vorzug. Dafür fällt der Frage nach der richtigen Farbe der Haare entscheidendes Gewicht zu. Rotes Haar gilt als ordinär, erst recht das Rotfärben blonder oder hellbrauner Haare.

Gegen 1870 wurden Haare wieder einmal in die Höhe gekämmt und mit Schmuck verziert. 1872 wurde die Ondulation erfunden. Die Haare wurden über ein heisses Eisen gezogen, dadurch entstand eine Welle. Diesen Frisurentyp nannte man "Einschlagfrisur". Längere Zeit war ondulieren in Mode.

Der französische Coiffeur Marcel Grateau entwickelt 1872 in Paris erste Vorläufer der "Dauerwell-Apparate" ...mehr

In den Jahren um 1880 entstehen Frisuren mit leicht gewellten Haaren, die über die Ohren zum Hinterkopf geführt werden und dort in einem Knoten enden. Dazu kommen Ringellöckchen oder Ponyfransen, die in die Stirn getragen wurden.

Um 1890 gab es in Europa fast keine hohen Frisuren mehr. Auch onduliert wurde nicht mehr so viel wie früher.

Die neuen Frisuren sollten schlicht und funktionell sein.

 


Die Herrenfrisuren waren am Anfang dieser Zeit lockig, gegen Ende des Jahrhunderts setzten sich aber Kurzhaarfrisuren durch. Mit dem ersten Weltkrieg kam auch der "Bubikopf". Perücken werden nicht mehr gebraucht. Das bedeutete z.B. für das perückenproduzierende Gewerbe (darunter auch Wella-Gründer Franz Ströher) eine handfeste Krise.

Doch zumindest die Familie Ströher erkennt die Zeichen der Zeit und produziert fortan erfolgreich Trockenhauben und Dauerwell-Apparate. Für sie wird das Kunstwort Wella erfunden und 1924 patentiert.

Abb.: Werbeschilder für das neue Trockenshampoo von Schwarzkopf

 

Eine wichtige Erfindung jener Epoche war auch die Dauerwelle, die es ermöglichte, Haare dauerhaft umzuformen. Die verschiedenen Arten von Dauerwellen-Wicklern oder Dauerwellenapparaten waren für die zunächst noch Kundinnen mehrheitlich unangenehm und umständlich. Hier erfahren Sie alles über die Entstehungsgeschichte der Dauerwellen >>>





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