Frisurengeschichte :  Ägypter



Die  Ägypter   (4000 - 300 vor Chr.)

Bei jungen Mädchen waren "seitliche Lockenfrisuren" (siehe Foto links) oder der "Pferdeschwanz" beliebt , die älteren ließen ihre Haare so lang wachsen, dass sie sich Zöpfe flechten konnten.

Schon damals wurden die eigenen Haare und die Perücken gefärbt., meistens wurde Henna verwendet. Am häufigsten wurden rote, blaue, grüne und rotblonde Farbtöne und Goldstaub verwendet. Das Haar galt als schönster Schmuck der Frau (und des Mannes), und es wurde entsprechend viel Aufwand damit getrieben.

Bereits ab ca. 3000 v. Chr. wurden bei wichtigen Anlässen kunstvolle Perücken getragen.

Die Perücken waren leicht parfümiert und wurden meist aus religiösen Gründen getragen oder manchmal auch nur, um eine Glatze zu verbergen. Die Gattin des Pharao Echnaton Nofretete (oben) hatte eine grosse Leidenschaft für Perücken und besaß gleich eine ganze Kollektion davon (Nofretete bedeutet übrigens "Die Schöne ist gekommen").

Die Haarteile bestanden teiweise aus Menschenhaaren und später auch aus den Fasern von Palmenblättern. Die Fasern wurden geflochten und dann mit Wachs "versiegelt", um die Form zu bewahren. Bei der Perückenhestellung wurde auch Bast verwendet. Bast ist eine feuchte Flachsart, das man mit Ammoniak in der Sonne trocken ließ und saugfähig gemacht hatte um sie später mit "Schwärze" zu färben und dann zu fülligen, leichten nubischen u. alt-ägyptischen Perücken zu flechten.

Die Männer benutzen meist Perücken mit langen, die Frauen mit kürzeren Haaren. Die Form änderte sich dabei je nach aktueller Mode.




Es gab eine Unzahl von modischen Frisuren, von einfach bis hochkompliziert, mit allerhand Spangen, Bändern, Flechten, Hauben, usw.

Die vorherrschende Haarfarbe war schwarz. Doch manche Alt-Ägypter waren sogar von Natur aus blond. Sie stammten jedoch nicht aus dem Nil-Delta sondern vermutlich aus dem kaukasischen Bereich.

Das beweisen Mumienfunde (siehe Abb. links), über die diese Website weitere Details berichtet.

Foto rechts: Frisierutensilien und Haarzöpfe (Museum of Modern Arts, New York)







Mythologie

Haariges Sternbild

Das "Haar der Berenike" ist ein unauffälliges Sternbild am Frühlingshimmel zwischen den markanten Konstellationen Löwe und Bärenhüter. Berenike, nach der das Sternbild benannt wurde, lebte historischen Überlieferungen nach von etwa 270 bis 221 v. Chr. und war die Gemahlin des ägyptischen Königs Ptolemäus III.

Als Ptolemäus in den 3. Syrischen Krieg zog, legte sie ein Gelübde ab. Sollte ihr Gemahl siegreich und unversehrt heimkehren, versprach sie der Liebesgöttin Aphrodite, ihr prachtvolles Haar zu opfern. Ptolemäus siegte und Berenike hielt ihr Gelübde, indem sie ihr Haar abschnitt und in einem Tempel darbrachte. Trotz strenger Bewachung war der Haarschopf am nächsten Tag verschwunden, wofür der Hofastronom eine Erklärung hatte: die Götter seien über das Opfer so erfreut gewesen, dass sie die Haarpracht am Himmel verewigt hätten.

Quelle: Wikipedia




Auf Grund von Gräberfunden weiss man, dass die Ägypter schon 4000 Jahre vor Christus ihre Haare mit Messern, Haarnadeln und Kämmen (z.B. aus Elfenbein, siehe Foto unten) gepflegt haben.


Frauen aus reichem Hause benutzen damals schon Kämme, Haarnadeln und kleine Handspiegel (Abbbildung rechts) zum Frisieren.





 


Haarentfernung mit "Wachs"

Auch eine heute noch verwendete Methode der Haarentfernung "erfanden" die Ägypter. Sie mischten gemahlene Vogelknochen, Öl, Ahornsirup und eine gummiartige Masse zusammen, erhitzten diese und trugen sie auf die Haut auf.

Nach dem Abkühlen wurde diese entfernt und die Haare verblieben in der Wachsmasse. Ansonsten benutzen sie eine Art Pinzette, um unerwünschte Haare am Körper zu entfernen.

Siehe auch "Haarentfernung heute"





Die Männer waren meist immer komplett glattrasiert.

Die Rasiermesser waren aus Kupfer oder Bronze. Erst spät wurden Rasierer mit Eisenklingen benutzt.

Ein Oberlippenbart oder "blau gefärbte" Kinnbärte war eher die Ausnahme (Fotos oben). Nur die Könige trugen lange Kinnbärte als Zeichen ihrer Macht (Foto rechts: König Tut anch amun).




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"Von der Kunst, Locken auf Glatzen zu drehen"
Eine illustrierte Kulturgeschichte der menschlichen Haarpracht
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Auszug aus Von der Kunst, Locken auf Glatzen zu drehen. Eine illustrierte Kulturgeschichte der menschlichen Haarpracht. von Daniela F. Mayr, Klaus O. Mayr. Copyright © 2003. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.




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Literatur zum Thema

Von der Kunst Locken auf Glatzen zu drehen
Der Schönheit verbunden - Friseure & Barbiere
Stilkunde Frisuren