Frisuren  weltweit:   China  -  HISTORIE &  Geschichte

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Buchtipp zum Thema: Die Schönheitsgeheimnisse der chinesischen Kaiserinnen
Bart ChineseIn China spielt bis heute die Frisur eine wichtige Rolle in Kultur und Mode.

Haarknoten, Zöpfe & Pony

Im alten China hatten die Mädchen normalerweise kurzes Haar und trugen zwei Haarknoten oder zwei geflochtene Zöpfe. Die Knaben hatten eine Ponyfrisur. Nur das Haarbüschel war entweder vorn oder hinten auf dem Scheitel. Manche Knaben hatten auch einige Haarbüschel ringsum auf dem Scheitel.

Video-Anleitung: "Chinesischer Dutt"




Haarknoten & Kopfbedeckung

Zeichen der Volljährigkeit für Männer

Wenn junge Adlige im alten China mündig wurden, wurde eine feierliche Krönungszeremonie veranstaltet. In der Zhou-Dynastie (11 Jh. v.u.Z. - 256 v.u.Z.) wurden Männer im Alter von 20 Jahren mündig. Die Krönungszeremonie fand im Ahnentempel statt, den Vorsitz führte der Vater. Dabei wurden viele Gäste eingeladen. Es gab drei Arten von Kopfbedeckungen, deshalb wurde der Volljährige dreimal gekrönt. Für die erste Krönung wurde eine Kopfbedeckung aus schwarzem Hanf aufgesetzt, welche für die adligen Privilegien stand.

Dann kam eine lederne Kopfbedeckung, die ausdrückte, dass der junge Mann fortan wehrpflichtig war. Zuletzt wurde der Volljährige mit einer rotschwarzen Kopfbedeckung aus feinstem Hanf gekrönt. Dies bedeutete, dass er ab diesem Zeitpunkt offiziell an protokollarischen Gesellschaftsaktivitäten teilnehmen durfte.

Für Leute aus dem Volk war alles sehr einfach. Ein volljähriger Mann brauchte nur seine herabhängenden Haare zu einem Knoten zu stecken und ihn dann mit einem Stück Tuch zu umwickeln. Deshalb waren das herabhängende Haar und der Haarknoten wichtige Unterschiede zwischen Kindern und Erwachsenen.

Gegenwärtig wird die damalige Kopfbedeckung oft für einen Hut gehalten. In der Tat ist die Kopfbedeckung aus alter Zeit anders als der moderne Hut. Die alte Kopfbedeckung war viel kleiner als moderne Hüte. Sie bedeckte nicht den ganzen Scheitel, sondern umhüllte nur den Haarknoten.

Als Material für die Kopfbedeckung wurden Hanf, Bambus, Leder, Jade oder Metall verwendet, je nach Status und wirtschaftlicher Situation des Trägers (siehe Foto links, Krieger mit metallener Kopfbedeckung) )

Shaolin


Das erste Kloster der Mönchsvereinigung der Shaolin entstand um 495 n.Chr. und wurde vom Kaiser Xiaowen für den Mönch Batuo aus Indien erbaut. Zum Schutz gegen Eindringlinge, Banditen und Feinde des Buddhismus lehrte der indische Mönch Bodhidharma der Legende nach seine Kampfkunst. Zur eisernen Disziplin gehörte auch ein geschorener Kopf, der beim Kampf auch praktische Vorteile hatte. Nur der Klostervorsteher durfte einen Bart tragen - meist ein spitzer Kinnbart, der das Zeichen seiner Würde war. Das bekannte Kloster liegt am Berg Sōngshān in der Provinz Henan im Herzen Chinas. Es ist außer für seine Kampfkunst auch als Geburtsstätte des Chan (Zen) - Buddhismus berühmt.


Erwachsene Frauen trugen eine Haarspange im Knoten

Die Mädchen wurden im alten China normalerweise im 15. Lebensjahr volljährig, denn sie galten mit diesem Lebensalter als heiratsfähig. Als Zeichen dafür steckten sie ihr Haar mit einer Haarspange zu einem Knoten.

Ratgeber: Die "echte" chinesische KücheDie Frisuren erwachsener Chinesinnen unterschieden sich in alter Zeit hauptsächlich in Höhe, Form und Stelle der Haarknoten. Tonangebend in der Haarmode waren damals vornehmlich adlige Frauen und Konkubinen. In der langen Periode des Wohlstands in der Tang-Dynastie (618-907) spiegelten die Haartracht und der Kopfschmuck Vornehmlichkeit und Würde wider. Die Frauen aus der Tang-Zeit hatten eine besondere Vorliebe für hochgesteckte und dichte Frisuren. Um den Haarknoten zu erhöhen, wurden schon damals Perücken als Kopfschmuck gebraucht. Als Kopfschmuck gab es Accessoires sowohl aus Gold, Silber und Juwelen als auch aus Bambus und Holz.

Kopf und Haar waren gleichbedeutend

Laut konfuzianischer Lehre waren Haut und Haare ein Geschenk der Eltern und durften deshalb auf keinen Fall verletzt werden. Die Haarpflege und der Haarschutz hingen nicht nur mit dem Aussehen, sondern auch mit dem moralischen Charakter zusammen.

Wenn man in alter Zeit unordentlich gekleidet war, wurde das als äußerst unhöflich oder gar als schändlich angesehen. Zilu, einem Schüler von Konfuzius, wurde in einem Kampf im Bürgerkrieg im Königreich Wei die Schnur, die seine Kopfbedeckung festband, durchgeschnitten. Er schrie: "Ein Ehrenmann stirbt nicht ohne Kopfbedeckung!", setzte seine Waffe ab, um seine Haare und die Kopfbedeckung wieder in Ordnung zu bringen, und wurde getötet.

In den Kriegswirren der Drei Reiche (220 - 280) wollte Cao Cao die Herrschaft übernehmen. Um die Bevölkerung auf seine Seite zu bringen, befahl er, dass die Truppen auf ihren Märschen die Ackerfelder nicht betreten durften. Jeder, der gegen den Befehl verstieß, würde enthauptet.

Bei einem der Märsche brannte sein Streitross durch und lief, von Furcht gepackt, in ein Weizenfeld, wo es viele Schösslinge zertrat. Laut der Verordnung sollte Cao Cao der Kopf abgeschlagen werden, doch schließlich war er der Oberbefehlshaber und konnte natürlich nicht geköpft werden. So wurden ihm statt des Kopfs die Haare abgeschnitten.

Aus heutiger Zeit mag dies geringfügig erscheinen, doch in alter Zeit galt diese Strafe als sehr hart. Die Tradition, das Haar wie das Leben zu schonen, bestand bis in die Mitte des 17. Jahrhunderts fort.



Die Quing-Dynastie - das Haar oder der Kopf, eine Entscheidung über Leben und Tod

Die Chinesen hätten sich damals nicht träumen lassen, dass ihnen die Änderung der Frisur großes Unheil bringen könnte. 1644 übernahm die Qing-Dynastie die Macht im Reich der Mitte. Die Herrscher waren keine Han-Chinesen, sondern Mandschu. Die Männer der Mandschu trugen eine andere Haartracht als die Han-Chinesen. Der vordere Kopfteil war rasiert und die restlichen Haare wurden zu einem langen Zopf geflochten.




Haartracht in der Spätzeit der Qing-Dynastie,
das lange Haar wurde in der Mitte gescheitelt
und hinten in einem Knoten festgesteckt.

Hausfrau in der späten Qing-Zeit.
Lange Haarnadeln halten die beiden
Knoten an der Seite ihres Kopfes.

 




Der Zopf mit der ausrasierten Stirn wurde den unterworfenen Chinesen von den Mandschu-Herrschern aufgezwungen. Bis zum Ende der Kaiserzeit war der Zopf in China die typische Haartracht der Männer. Sie wurde zu Beginn der Qing-Dynastie eingeführt. Ein 1645 erlassenes Gesetz befahl unter Androhung der Todesstrafe, dass jeder Chinese einen Zopf tragen müsste.

Um die mandschurische Herrschaft zu festigen, wurden die Han-Chinesen streng kontrolliert. Nach außen riegelte sich die Qing-Dynastie praktisch ab und nach innen wurden alle Einflüsse der letzten Dynastie, der Ming, zu beseitigen versucht. Im Juni und Juli 1645 erließ die Qing-Regierung zweimal hintereinander den Befehl, die Haare nach den Gepflogenheiten der Mandschu zu schneiden.

Außerdem mussten sich alle Männer der Qing-Dynastie wie die Mandschu kleiden. Wer zuwiderhandelte, wurde enthauptet. Später prägte der Volksmund den Spruch: "Wenn man seine Haare behalten will, verliert man den Kopf; wenn man den Kopf behalten will, dann verliert man seine Haare."


Der "Zopfgeneral"

Einer der wichtigsten Gefolgsleute des Generals Yuan Shikai war General Zhang Xun, der den Beinamen "Zopfgeneral" hatte, weil er aus Treue zur Qing-Dynastie seinen Zopf auch während der Republik China behalten hatte. In Lu Xuns Wahre Geschichte des Ah Q heißt es: "Als der Nachtwächter Zhao die Straße herabkam, ohne daß etwas von seinem Kopf herunterbaumelte, riefen die Bauern: "Ah, hier kommt ein Revolutionär!"  

Buchtipp zum Thema: Die Schönheitsgeheimnisse der chinesischen KaiserinnenGegen den grausamen Befehl kämpften viele bis zum Tod. In vielen Gebieten südlich des Yangtse brachen mehrmals Aufstände aus, die aber alle scheiterten. Die Aufständischen opferten ihr Leben im Kampf für ihre Würde und Standhaftigkeit. Beklagenswert ist, dass unter der über 260 Jahre dauernden Qing-Herrschaft die mandschurische Kleidung und die pferdeschwanzartigen Zöpfe nicht nur Fesseln für Körper, Haut und Haar der Menschen waren, sondern auch für ihre Gedanken, und so gesellschaftlichen Fortschritt und Entwicklung behinderten.

 

In den letzten Jahren der Qing- Dynastie trugen die Frauen im allgemeinen einen Haarknoten am Hinterkopf. Die Stirn blieb dabei völlig frei. Manche Frauen teilten ihre Haare auch in zwei Strähnen, die sie in einem lockeren Knoten seitlich am Kopf herabhängen ließen.

Unverheiratete Frauen durften ihre Frisur nicht nach Belieben verändern, sie könnten als nicht mehr jungfräulich angesehen werden. Doch Prostituierte und Künstlerinnen trugen oftmals die beliebten Ponyfrisuren. Ihre Stirnhaare waren dabei länger als 10 Zentimeter und die Form ähnelte einem Pfirsich.


Frisurenkrieg

In der späten Qing-Zeit brach der Taiping-Aufstand aus, der sich über einen großen Teil Chinas ausweitete. Zum revolutionären Programm zählte, die Frisur der Mandschu abzulehnen und die der Han-Chinesen zurückzufordern. Die Taiping-Truppen wurden deshalb vom Qing-Herrscher als "Langhaarige" bezeichnet. Bedauerlicherweise wurden sie mitsamt ihren Haaren geköpft. Die Qing-Herrscher dagegen bewahrten ihre Zöpfe, konnten aber ihre Herrschaft letzten Endes nicht retten.

Am Ende der Qing - Dynastie trugen die Frauen im allgemeinen einen Haarknoten am Hinterkopf (siehe Foto rechts). Die Stirn blieb dabei völlig frei. Manche Frauen teilten ihre Haare auch in zwei Strähnen, die sie in einem lockeren Knoten seitlich am Kopf herabhängen ließen. Unverheiratete Frauen durften ihre Frisur dabei nicht nach Belieben verändern, denn der Jungfräulichkeit entsprach eine traditionell genau festgelegte Haartracht.

Abb. rechts: Chinesischer Barbier 1897/Wikipedia

 

1911 brach die bürgerlich-demokratische Xinhai-Revolution aus, die zum Sturz der Qing-Dynastie führte. Allen Männern, sowohl Mandschu als auch Han-Chinesen, wurden die Zöpfe abgeschnitten. Die Qing-Herrscher selbst mussten diese schmerzliche Erfahrung machen und Haare lassen. Das Haarabschneiden gleicht dem Aufgang und Niedergang einer feudalen Dynastie. Das ist nur scheinbar ein historischer Zufall, in Tat und Wahrheit jedoch eine Notwendigkeit.

Spätestens nach dem Sturz der Monarchie in der Revolution 1911 begannen die alten verkrusteten Strukturen aufzubrechen, und modebewusste Studentinnen, Künstlerinnen und Schauspielerinnen entdeckten völlig neuartige Ponyfrisuren. Die Stirnhaare waren dabei oft länger als 10 Zentimeter, und die ganze Frisur ähnelte einem Pfirsich.



Frisuren der 20er und 30er Jahre



Pfirsichfrisur und Bubikopf. Derlei neue Moden griffen vor allem im weltoffenen Shanghai um sich, das ja in den Zwanziger und Dreißiger Jahren des 20. Jahrhunderts die wohlhabendste und blühendste Stadt in China war, in der auch internationale Einflüsse am schnellsten Fuß fassten.

Dort waren ausländische Filme, Duftwasser, Mode usw. in, und von dort aus breiteten sie sich langsam in den Rest des Landes aus. In den Zwanziger und Dreißiger Jahren des 20. Jahrhunderts war Shanghai die wohlhabendste und blühendste Stadt in China, westliche Einflüsse wurden dort am schnellsten aufgenommen.

Die Frauen, und unter ihnen besonders die Studentinnen und Schauspielerinnen hielten sich nicht mehr an die alten Traditionen und begannen ihr Haar in allen Variationen zu tragen, kurz, lang mit Haarband oder mit Dauerwelle. Ende der Dreißiger Jahre machte der Schweizer Friseur und Gründer der gleichnamigen Haarpflegeserie Gustav Guhl auch in China die Kurzhaarfrisur für Damen endgültig salonfähig. Diese neue Entwicklung betonte nicht nur den speziellen Charme der asiatischen Frau, sondern zeigte vielmehr ihr Verlangen nach sozialer Anerkennung und Respekt.

Auf alten Fotos sieht man, dass sich zum Beispiel Intellektuelle und Künstler im China der 20er Jahre in Kleidung und Frisur sehr schnell ihren Kollegen im Rest der Welt annäherten. Also, die sogenannten "Goldenen Zwanziger" hinterließen auch im bis dahin abgeschotteten Reich der Mitte ihre Spuren.





Zwei "Lager" in den Kriegswirren

In den Vierziger Jahren strebten die Frauen wegen der Kriegswirren und der damit verbundenen Güterknappheit kaum nach einer schönen Frisur. Die meisten Frauen trugen eine gerade Kurzhaarfrisur und schenkten ihrer Frisur kaum Beachtung. Nur ein geringer Teil der Frauen hatte noch Ambitionen, sich um die Schönheit zu bemühen und ihrem Typ entsprechende Frisuren zu tragen.

Der vorübergehende Boom internationaler Mode- und Frisurentrends fand dann mit dem Näherrücken des Zweiten Weltkrieges sein Ende. Auch in den Frisuren der Frauen wurde der Wandel sichtbar. In den Vierziger Jahren ließen Kriegswirren und zunehmende Not die Frauen an andere Dinge denken als an modische Frisuren.

Sie trugen simple Kurzhaarfrisuren und schenkten ihrer Frisur kaum noch Beachtung. Aber gerade diese Kurzhaarfrisuren wurden unversehens eine Art Mode. Selbst Filmstars ließen sich die Dauerwellen abschneiden und hatten fortan die normale Kurzhaarfrisur.

 

Kurz und gelockt heißt das Motto

Eine erste Veränderung gab es dann wieder in den fünfziger Jahren. Frauen in den Städten begannen, lockige Kurzhaarfrisuren zu bevorzugen, ganz so wie die gebildeten Chinesinnen, die nach dem Krieg aus den USA zurückkamen oder die in der Sowjetunion studiert hatten. Diese lockigen Kurzhaarfrisuren gaben der neuen chinesischen Frau Schwung und Lebhaftigkeit verliehen.

Zumal in der noch jungen Volksrepublik nach den langjährigen Wirren von Krieg und Bürgerkrieg nunmehr Aufbruchstimmung herrschte. Überall veränderte sich das Leben, und die dynamischen Lockenfrisuren der chinesischen Frauen, die plötzlich gleichberechtigt mit ans Werk gingen, reflektierten den energiegeladenen Aufbruch in ein Neues China.

In den Fünfziger Jahren trug die Chinesin unter dem Einfluss chinesischer weiblicher Intellektueller, die in den USA und Europa studiert hatten, lockige Kurzhaarfrisuren, was ihnen Schwung und Lebhaftigkeit verlieh. Aber auch Locken waren sehr populär in dieser Zeit.

Die Volksrepublik war gerade gegründet worden, jeder war nach den Kriegswirren um den Aufbau bemüht und diese Frisur schien das energiegeladene Dasein dieses Lebens nach dem Krieg zu reflektieren.

 

Frisur, die in Westhebei in den 40er Jahren sehr üblich war
Bai Yang, berühmte Filmschauspielerin im Jahre 1937 mit kurzem Pony und Locken
Auch der Haarknoten war sehr beliebt in den 50er Jahren.


60er-Jahre: Schlicht und einfach

In den Sechziger und Siebziger Jahren wurde China zum einen von Naturkatastrophen heimgesucht, das Volk musste mit äußerst dürftigen Bedingungen vorlieb nehmen, zum anderen sorgten von Menschenhand geschaffene Faktoren (Kulturrevolution, etc.) dafür, dass man nur noch zwei Arten an Frisuren sah, die beide einfach und praktisch waren.

Die eine war eine gerade geschnittene Kurzhaarfrisur bis über die Ohren, die andere waren zwei lange Zöpfe.

Dann kamen die Sechziger Jahre, und bis hinein in die Siebziger gab es landesweit fast ausschließlich zwei Frisuren: Entweder eine gerade geschnittene Kurzhaarfrisur bis über die Ohren, oder zwei lange Zöpfe. Alles andere und insbesondere Dauerwellen waren als Anbiederung an einen unchinesisch- kapitalistischen Lebensstil verpönt.

Ende der 70er Jahre begannen dann die Wirtschaftsreformen und die Öffnung Chinas nach außen, und damit verbesserte sich allmählich auch das Leben. Auch das Streben nach Mode und Schönheit wurde nicht länger als verwerflicher Ausdruck einer verdorbenen Lebensart bekämpft, sondern im Gegenteil plötzlich als etwas normales und gesundes sogar gefördert.

 






Ausprobieren in den Endsiebziger, achtziger und neunziger Jahren

 

Mit dem Beginn der Wirtschaftsreformen und der Öffnung nach außen verbesserten sich allmählich die Lebensbedingungen und die Frauen wollten wieder schön sein. Von der Ponydauerwelle über die Haarspitzendauerwelle bis hin zur Punkfrisur war alles vertreten.

Es tauchten ständig neue Frisuren auf und die Frauen folgten jedem Trend, ganz gleich, ob ihre Frisur ihrer Kleidung, ihrem Beruf und Temperament entsprach oder nicht.

Plötzlich gab es wieder Ponyfrisuren, es gab wieder Dauerwellen und Kurzhaarfrisuren für modebewusste junge Frauen, ja selbst die ersten Punkfrisuren waren nun zu sehen. Und ständig tauchten neue Frisuren auf, und die Frauen folgten jedem Trend, ganz gleich, ob die Frisur nun ihrem Typ, ihrem Gesichtsschnitt, ihrem Temperament, ihrem Beruf , ihrer Kleidung und ihrem gesamten Stil entsprach, oder nicht.

Es lebten auf einmal die lange unterdrückten Wünsche nach Schönheit wieder auf, so plötzlich und so vielfältig war der Nachholbedarf, dass er manchmal auch mehr oder weniger etwas verwirrend auf die Leute wirkte.

In den 90er Jahren wurden Mode und Schönheit zu etablierten Marktfaktoren. Haardesign wurde zu einer Branche und vor allem zu einer Kunst. Heutzutage tragen die Chinesinnen ihr Haar in jeder nur denkbaren Form und Farbe, die Frisuren sind ebenso vielfältig, wie die Perücken, man sieht junge Frauen mit Locken, Zöpfen, Irokesen- Schnitten oder auch völlig kahlgeschoren.



Für Chinesen stehen seit alters her verschiedene Ereignisse mit den Haaren in Verbindung. Heutzutage kann man zum Glück selbst wählen, ob man sich eine modische oder eine einfache Frisur schneiden lassen will.

Im Laufe der Geschichte sind viele einfache Dinge kompliziert geworden. Selbst die Haare wurden politisch gefärbt. Doch nun gehören viele veraltete und sogar lächerliche Ansichten bereits der Vergangenheit an. Verschiedene Frisuren verschönern nun das Leben.

Und die meisten Frauen verstehen es heute, ihre Haartracht und Kosmetik auf Kleidung, Charakter und Beruf optimal abzustimmen. Die Betonung des Äußeren dient dabei nicht mal vornehmlich dazu, unbedingt den Männern zu gefallen oder die Anerkennung anderer Frauen zu bekommen, sondern vor allem dem Ausdruck von Selbstwertgefühl und Lebensqualität.

In den 90er war das Haardesign zu einer Kunst geworden. Heutzutage trägt die Chinesin ihr Haar in jeder nur denkbaren Frisur, Farbe, mit Perücke oder sogar ganz kahlgeschoren. Die meisten Frauen verstehen heute, wie sie ihre Haartracht mit ihrer Schönheitspflege, Kleidung , Charakter und Beruf optimal abstimmen können.

Die Betonung des Äusseren dient nicht dazu, den Männern zu gefallen oder die Anerkennung anderer Frauen zu bekommen, es dient der Verbesserung der Lebensqualität und erhöht ihren Selbstrespekt.





A Fu - Ronaldos WM - Frisur

Neben seinem fußballerischen Können leistete Ronaldo bereits bei der Fußball-WM 2002 einen anderen wichtigen Beitrag, und zwar durch sein neues Haarstyling, das Mode auch in China geworden ist - auch wenn viele Leute seine seltsame Frisur lange nicht so hoch schätzen wie seine Spieltechnik.

Ein brasilianischer Friseur sagte, seitdem Ronaldo seine Haare bei der WM 2002 bis auf einen Büschel scheren ließ, verlangten viele Leute nach dem gleichen Haarschnitt. Eine solche Frisur kostet einen US-Dollar - ein recht hoher Preis in Brasilien.

Eine 25-jährige Brasilianerin bemerkte darauf leicht entnervt: "Mein Gott! Warum hat Ronaldo ein solches Haarstyling. Mein Freund hatte das gleiche, aber ich hielt es einfach nicht aus und ließ ihn kahl scheren."Ronaldos Frau sagte zu seiner Frisur nicht viel. Sie meinte bloß, wenn die Frisur ihm Glück bringe, dann solle er sie so lassen. Es scheint, dass diese Frisur bei vielen Frauen wenig Gefallen fand. Es wurde berichtet, dass Ronaldo sich bei den Müttern entschuldigte, weil ihre Kinder nun das gleiche Büschel auf ihrem Kopf tragen.

Obwohl die Frisur weltweit große Aufmerksamkeit erregt hat, gibt es bis jetzt keine einheitliche Benennung. Die Chinesen nennen sie gewöhnlich "A Fu" (fu bedeutet Glück).Nach der Meinung von Beijinger Friseuren unterscheidet sich Ronaldos neue Frisur kaum vom traditionellen chinesischen "A Fu"-Haarschnitt. Jeden Sommer lassen viele Kinder ihre Haare zu "A Fu" schneiden, damit ihr Kopf  kühl bleibt und sie gleichzeitig ihre Haare leichter waschen können. Im Jahr der Fußball-WM hatten viele Friseure "A Fu" ein wenig nach Ronaldos Frisur geändert und dabei viel Geld verdient.Traditionell ist der "A Fu"-Schnitt in China für Kinder bestimmt, deshalb lassen sich viele junge Fußballfans lieber nach Beckhams "Hahnenkamm" frisieren.A Fu ist eine Kinderfigur aus Lehm. Das handwerkliche Produkt aus Huishan bei Wuxi, Provinz Jiangsu, hat eine Geschichte von über 400 Jahren. In der Ming-Zeit (1368-1644) wurden in Huishan viele Tempel gebaut. Um die Wünsche nach Glück, Fruchtbarkeit und Langlebigkeit auszudrücken, wurden Lehmfiguren wie der Gott des langen Lebens, die Bodhisattwa der Fruchtbarkeit oder rundliche Kinder geformt. Die bekannteste davon ist A Fu.

Der Überlieferung nach war A Fu ein Junggeselle in alter Zeit, der für die Bändigung der bösen Geister sein Leben geopfert hatte. Um dessen zu gedenken, formten seine Landsleute mit heimatlichem Lehm eine Statue für ihn, aus der sich später zwei rundliche Kinderfiguren, eine männliche und eine weibliche, entwickelten. Die beiden Kinderfiguren sind lieblich und sollen Glück bringen und böse Geister vertreiben. Die männliche Kinderfigur hat auf dem Scheitel nur ein pfirsichförmiges Büschel, während die weibliche Kinderfigur links und rechts je einen Haarknoten trägt. Der "A Fu"-Haarschnitt wird in China auch "Ponyfrisur" genannt. Damit gemeint sind Haare, die vorne auf dem Scheitel oder vor der Stirn hängen. 

Links: WM 2006 | Ronaldo





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Mao   (von Jung Chang)

"Mit dem neuen Buch gelingt ihr der Durchbruch in historische Dimension.
Würde das Buch in China freigegeben, wäre ein Beben zu erwarten."
(Die Welt)

Der Staatsmann mit der charakteristischen Halbglatze, der zum zweifelhaften "Star" Chinas wurde. Mythos und Massenmörder – die Wahrheit über Mao Tse-tung . Kein Buch über China hat je mehr Leser und Anhänger gefunden als Jung Changs Erinnerungsbuch WILDE SCHWÄNE, das in 30 Sprachen übersetzt und zehn Millionen Mal verkauft wurde. Unlängst erschien ihr lang erwartetes neues Werk "Mao - Das Leben eines Mannes. Das Schicksal einer Nation. – eine bahnbrechende Biographie über Mao Tse-tung, den Mann, dem es gelang, sich auf vielfach gewundenen Pfaden zum Alleinherrscher über Hunderte Millionen Menschen aufzuschwingen.

Jung Chang hat die letzten zwölf Jahre damit verbracht, allen Spuren dieses Menschen nachzugehen, der zu den einflussreichsten politischen Gestalten des 20. Jahrhunderts gehörte, dessen Aura Staatsmänner in aller Welt beeindruckte, und dessen Gedanken und Worte in millionenfacher Verbreitung in zahllosen Ländern auf Begeisterung stießen. Doch der Mann, den sie in ihrem Buch für den Leser lebendig werden lässt, weist ganz andere Züge auf – es sind sehr viel hässlichere...mehr

 

Ratgeber: Die "echte" chinesische KücheChinesische "Gastarbeiter" ...


Der neue Friseurlehrling rasiert einen Chinesen. Er schneidet ihm in die Wange, schneidet ihm ins Ohr und dann noch in die Nase. Dem Chinesen laufen die Schmerzenstränen übers Gesicht. Mitleidig meint der Lehrling: "Heimweh - wie?"

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