Fatmire  "Lira"  Bajramaj


Hallo Thilo, auch andere schreiben Bücher - willkommen in der Realität!
Nicht jeder hat das Privileg wohlbehütet in Berliner "Premium-Bezirken" aufzuwachsen...

Lira in einem Spiegel-Interview: "Als ich ins National-Team kam nannten mich manche "Tussi", weil ich vor dem Training Lippenstift benutzte. Mir ist das wichtig. Sponsoren schauen nicht nur auf das Talent. "

Fatmire "Lira" Bajramaj (* 1. April 1988 in Gjurakovc, Jugoslawien, heute Kosovo) ist eine deutsche Fußballspielerin kosovo-albanischer Herkunft. Die Mittelfeldspielerin und Stürmerin spielt in der Bundesliga für den 1. FFC Turbine Potsdam und gehört zum Kader der deutschen Nationalmannschaft, mit der sie 2007 Weltmeisterin wurde. Bei den Olympischen Spielen 2008 schoss sie das deutsche Team mit zwei Toren in Führung und sicherte so die Bronzemedaille.

Familie und Kindheit im Kosovo

Bajramaj wurde als zweites Kind des Kfz-Mechanikers Ismet und der Hausfrau Ganimet Bajramaj geboren. Sie hat einen älteren und einen jüngeren Bruder. Die Familie lebte im Kosovo, dass zur damaligen Zeit eine autonome Provinz Serbiens war. Im Rahmen der sogenannten Antibürokratischen Revolution wurde der Autonomiestatus 1989 aufgehoben. Als Folge wurde die albanische Bevölkerungsmehrheit von den Serben unterdrückt. Anfang der 1990er Jahre musste jeder Albaner eine Loyalitätserklärung gegenüber dem serbischen Staat unterschreiben. Bajramajs Vater verweigerte die Unterschrift und verlor seine Arbeit. Im Mai 1993 erhielt ihr Vater eine Vorladung auf das örtliche Polizeipräsidium. Daraufhin beschloss die Familie zu fliehen.

Flucht nach Deutschland

Mit den letzten Ersparnissen der Familie und geliehenem Geld von Verwandten erkaufte Bajramajs Vater Plätze in einem von einer Schlepperbande organisierten Bus nach Deutschland. Um von serbischer Seite nicht entdeckt zu werden, nahm der Bus eine Route über Mazedonien, Bulgarien, Rumänien, Ungarn und Tschechien. Während andere Passagiere an der Grenze zu Ungarn den Bus verlassen mussten, durfte die Familie Bajramaj weiterfahren. Die fünftägige Flucht endete in Kassel, wo die Familie von einem in Deutschland lebenden Verwandten abgeholt und nach Remscheid gebracht wurde

.In Deutschland

Nachdem die Familie zunächst in einem Asylbewerberheim gewohnt hatte, fand Bajramajs Vater 1994 eine Arbeitsstelle als Bauarbeiter in Mönchengladbach. Seit 2001 haben alle Familienmitglieder die Deutsche Staatsangehörigkeit. Bajramaj machte zunächst den Hauptschulabschluss und erwarb danach auf der Abendschule die Mittlere Reife. Nach der Schule begann sie eine Ausbildung zur Steuerfachangestellten, die sie jedoch im zweiten Lehrjahr abgebrochen hat. Seit dem 1. Juli 2007 ist sie bei der Sportfördergruppe der Bundeswehr Soldatin auf Zeit. Ihr Dienstgrad ist Hauptgefreiter. Im Oktober 2009 erschien ihre Autobiografie Mein Tor ins Leben - Vom Flüchtling zur Weltmeisterin. Bajramaj war Botschafterin für World Vision und ist Botschafterin des Europäischen Jahres 2010 zur Bekämpfung von Armut und sozialer Ausgrenzung. 

Link: qantara.de über Lira