Wella    Historie

Die Wella-Firmengeschichte: Firmengründer - Erfolge - Produkte - Erfindungen - Familie - Erben

Wella:  Alles  begann  mit  falschem  Haar . . .

Als der 18 Jahre alte Friseur Franz Ströher (Foto rechts) aus Oberwiesenthal (Erzgebirge) nach seiner Gesellenprüfung durch verschiedene Länder Europas reist, lernt er vor allem in Frankreich die Trends beim Kopfschmuck kennen: Die Perücke oder zumindest ein Haarteil ist für die Dame von Welt ein Muss. Der junge Franz entschließt sich, in die Produktion einzusteigen.

Als 26jähriger beginnt Ströher, Perücken, Zöpfe und Haarteile aus Echthaar zuerst in seinem kleinen Familienbetrieb herzustellen. Am 1. Juli 1880 eröffnet er seine erste Haarteil-Fabrik in Auerbach (Sachsen).

1900 gelingt ihm dann eine revolutionäre Erfindung, das Tüllemoid. Dieser wasserfeste, künstliche Haartüll sorgt für sicheren Halt der Perücke. Das unscheinbare "Styling-Hilfsmittel" entpuppt sich als echte Sensation und wird zum ersten Verkaufsrenner des Wella Gründungsvaters. Doch wie sollte er in großen Mengen produzieren, um der Nachfrage gerecht zu werden? Bei einem Besuch bei Klöpplerinnen im Vogtland fällt sein Blick auf die geschickten Hände der Arbeiter und ihre Maschine. Mit einer modifizierten Version der Klöppelmaschine stellt der Erfinder die Weichen für die Haarteil-Massenproduktion.


1904 errichtet Ströher dann die nächste Produktionsstätte im ostdeutschen Rothenkirchen. Doch mit dem ersten Weltkrieg änderte sich auch die Frisurenmode - die Haare wurden jetzt kürzer getragen (z.B. "Bubukopf"). Das bedeutete z.B. für das Ströher und das gesamte perückenproduzierende Gewerbe eine handfeste Krise. Doch zumindest die Familie Ströher erkennt die Zeichen der Zeit und produziert fortan erfolgreich Trockenhauben und Dauerwell-Apparate. Für sie wird das Kunstwort Wella erfunden und 1924 patentiert. 1927 werden die ersten Dauerwellgeräte "Wella Junior" produziert. (siehe auch Historie der Dauerwelle).

In den 20ern wird auch die Haarpomade "Wellaform" für Männer zum Verkaufsrenner - fettglänzende Haare waren der Trend dieser Zeit. Die Kolestral Frisiercreme (Abbbildung links) verhalf zum gewünschten Look.

1934 meldet Georg Ströher, der Sohn des Wella-Gründers, eine Haarfarbe als neues "haariges" Patent an: "Koleston": Ein mit dem Haarpflege-Produkt Kolestral vermischte Cremehaarfarbe. Die Erfindung war revolutionär, da z.B. die Franzosen davon ausgingen, den Haaren müsse vor dem Färben das Fett entzogen werden. Ströhers neue cremige Haarfarbe reicherte die Haare beim Färben sogar mit pflegenden Fetten an.

Doch aufgrund des andauernden 2. Weltkrieges hatte die deutsche Bevölkerung zunächst andere Sorgen, als sich die Haare zu färben. Während des zweiten Weltkrieges wurde die Produktion allen Geräten und Produkten eingestellt. Beispielsweise Koleston sollte es erst wieder 1950 geben.  

Als Firmenname wird das Wort Wella auch erst wieder ab 1950 benutzt, als sich das Unternehmen in letztendlich Darmstadt ansiedelt. Grund für den Umzug in den "Westen": Das Stammwerk in Sachsen wurde in einen volkseigenen Betrieb (VEB) umgewandelt (siehe LONDA). In Darmstadt kommen jetzt auch neue Produkte hinzu und mit dem Haarfärbemittel Koleston verbucht Wella in den 50er Jahren den ersten weltweiten Erfolg.

Heute ist der Konzern unter der Leitung von Procter & Gamble jetzt nach L'ORÉAL der zweitgrößte Anbieter weltweit und möchte den großen Konkurrenten L'ORÉAL vom Spitzenplatz verdrängen. Bislang hatte Wella einen Marktanteil von 20% - zum Vergleich: Schwarzkopf (Henkel-Tocherunternehmen) 6%.

Was machen eigentlich die Wella-Erben heute? >>>

 

2005: Überraschender Verkauf der Erben an Procter & Gamble

2015: Übernahme durch die COTY Inc. ...mehr dazu hier






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