Historische  Frisuren:    Die Germanen





Nazis machten Germanen noch blonder

Der nationalsozialistische Mythos der edlen, hellblonden und reinlichen Rasse der Germanen wurde insbesondere von 1933 bis 1945 intensiv benutzt und gefördert. Nahezu alle Bücher (auch Schulbücher), die in dieser Zeit erschienen, waren beeinflusst von den Vorgaben der Adolf Hitlers und der NSDAP - siehe Beispiel unten

Auszug aus dem Buch "Herkunft und Rassengeschichte der Germanen" (Autor: Prof. Dr. Hans Günther, Auflage 1935)

"... Die Weichheit des hellen Haares wurde besonders geschätzt. Der Sinn der nordischen Rasse für leibliche Reinlichkeit äußert sich auch in der Haarpflege der Germanen. In der Saga von den Jomswikingen bittet der zur Hinrichtung geführte Wiking Swein, den Schwerthieb so zu führen, dass sein Haar nicht befleckt werde, das er sein Leben lang gepflegt habe. Dabei wird sein seidenweiches Haar beschrieben. Zur germanischen Vorstellung vom edlen und schönen Menschen gehörte langes, blondes Haar...."

Günther gilt laut Wikipedia als einer der Urheber der nationalsozialistischen Rassenideologie (Spitzname "Rassengünther").

 

Rote Haare für die Schlacht

Die meisten Germanen hatten wohl tatsächlich mehr oder weniger naturblonde Haare, wie Leichenfunde beweisen. Die hellen Haare der Germanen wurden von den Römern als flavus oder rutilus bezeichnet, wobei flavus eine helleres, rutilus ein mehr rötliches Blond andeuten mag. Teiliweise wurde beim Helligkeitsgrad mit Kalkwasser nachgeholfen. Doch in kriegerischen Auseinandersetzungen bevorzugten sie ein furchterregendes Rot. Zum Beispiel Ammianus Marcellinus schildert badende Germanen, Alemannen, die ihr Haar vor einem Kampfe rot färben. Mit fetthaltiger Pflanzenfarbe erzielten sie Rottöne von Rostrot bis Ockerrot.

 

Haarpflege der Germanen

Den Germanen nahm die Haarpflege einen besonders hohen Stellenwert ein und die Germanen erfanden die Haarbürste und die Seife. Die romanischen Wörter für diese Dinge sind germanischer Herkunft ( brozza, brosse zum Worte "Borste", von dem sich Bürste ableitet. Das englische Wort für Seife, soap oder französisch "savon" kommen vom lateinischen Wort sapo.   Dieses wiederum leitet sich vom germanischen Wort für Seife ab (saipon).

Anmerkung der Red.: Vielleicht resultiert aus der historisch begründeten Hingabe der Germanen zur Haarpflege auch die ungewöhliche Konzentrierung großer Haarpflege-Unternehmen insbsondere im deutschsprachigem Raum (Wella, Schwarzkopf, Goldwell etc.).


Germanische Haartrachten am Beispie der Sueben

Eigenartige Germanen-Styles: Männer-Dutt

Der Suebenknoten ist eine, dem Stamm der Sueben zugeschriebene, typisch germanische Männerfrisur. Die eigenartige, dutt-ähnliche Haartracht diente auch dazu, die Freien von den Sklaven und den übrigen Germanen zu unterscheiden. Es kann jedoch bezweifelt werden, dass nur die Sueben diese Haartracht trugen. In Martials Epigrammen 3,9 heißt es: "Mit zu Knoten geflochtenen Haaren kamen die Sugambrer ".

Laut Tacitus kämmten sich die Krieger des germanischen Stammes der Sueben die Haare seitwärts und banden sie auf dem Scheitel zu einem Knoten hoch. Der Sinn des Knotens habe auch darin bestanden, in der Schlacht größer und furchteinflößender zu erscheinen. Die Mode des Suebenknotens habe sich auch bei den Stämmen durchgesetzt, die den Sueben benachbart sind, dort allerdings nur bei den jüngeren Kriegern, während bei den Sueben der Knoten bis in das hohe Alter getragen wurde. Er galt auch als Statussymbol.  

Gutfrisierte Moorleiche

 Der Suebenknoten ist an zwei Moorleichen, den Männern von Osterby, mit den Knoten auf der rechten Schläfe, und Dätgen, am Hinterkopf, nachgewiesen. Die Gemeinde Osterby (Kreis Rendsburg-Eckernförde), der Fundort einer der Moorleichen, führt in ihrem Wappen einen Suebenknoten. Die männliche Moorleiche von Hooghalen, die 1866 in der Nähe der niederländischen Gemeinde Beilen in Drethe gefunden wurde hatte nach Aussage der Finder lange Haare wie eine Frau, die zu einem Knoten gebunden waren. Ob es sich bei diesem Haarknoten um einen Suebenknoten handelt lässt sich jedoch nicht mehr bestätigen, da der Fund nicht mehr vorhanden ist.

Trageweise

Zum Binden eines Suebenknotens werden die langen Haupthaare in zwei gleichmäßige Stränge aufgeteilt. Auf einer Kopfseite werden die beiden Stränge einzeln fest in gleicher Richtung gedreht, diese dann fest gegeneinander verzwirnt. Zum Abschluss wird aus dem entstandenen Zopf eine Schlinge gebildet und das überstehende Zopfende in einer Schleife durch die Schlinge gelegt. Der Mann von Osterby hatte eine beginnende Scheitelglatze und sehr lange dünne Haare. Experimentalarchäologische Trageversuche mit dieser Frisur zeigten, dass der Knoten eben nur bei sehr langem und dünnem Haar so gut hält wie bei der Moorleiche.

Eien genaue Anleitung findet sich auf

http://www.osterby.de/osterby/Haartracht_Pelzschulterkragen/aussehen_moorleiche.htm

 

Links:  http://www.nhm-wien.ac.at/Content.Node/schausammlung/funde/a27.html

Quelle: Wikipedia





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