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Neuer Entgelt-Tarifvertrag 2016

Für allgemeinverbindlich erklärt wurde der Entgelt-Tarifvertrag für das bayerische Friseurhandwerk. Der Tarifausschuss beim bayerischen Arbeitsministerium folgte damit dem gemeinsamen Antrag des Landesinnungsverbandes und der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft ver.di.

In ihrem Antrag hatten die Tarifpartner das öffentliche Interesse an einem allgemeinverbindlichen Entgelt-Tarifvertrag im bayerischen Friseurhandwerk dargelegt. Außerdem führte der Landesinnungsverband den Nachweis, dass die Innungsbetriebe mehr als die Hälfte der über 37000 Mitarbeiter im bayerischen Friseurhandwerk beschäftigen. „Durch die Allgemeinverbindlichkeit des Tarifvertrages ist sichergestellt, dass wir in Bayern einheitliche tarifliche Lohnuntergrenzen haben“, begrüßt Landesinnungsmeister Christian Kaiser die Entscheidung des Tarifausschusses. „Damit setzen wir unsere erfolgreiche Tarifpolitik der vergangenen Jahrzehnte fort“, so Kaiser weiter.

Der tarifliche Einstiegslohn für Gesellen liegt bei 8,83 Euro pro Stunde. Erste Kräfte verdienen im Ecklohn 12,08 Euro. Für angestellte Betriebsleiter und Ausbilder sieht der Tarifvertrag einen Stundenlohn ab 13,83 Euro vor. Die bisherige Lohngruppe Ia für ungelernte Kräfte wurde gestrichen. Mit dem gesetzlichen Mindestlohn gilt seit 1. Januar 2015 eine verbindliche Lohnuntergrenze für Ungelernte. Festgeschrieben wurde für diese Mitarbeitergruppe ein Anspruch auf Höhergruppierung nach einschlägiger Berufstätigkeit. Die Allgemeinverbindlichkeit gilt rückwirkend ab 1. November 2015, für § 2 Ziff. 2 ab 1. Mai 2016.

Das bayerische Friseurhandwerk beschäftigt über 37000 Mitarbeiter und bildet 3768 junge Menschen zu Friseurinnen und Friseuren aus (Stichtag 31.12.2015). Die erste Lohnvereinbarung für die Beschäftigten wurde 1949 zwischen dem Landesinnungsverband des bayerischen Friseurhandwerks und der Gewerkschaft ÖTV getroffen. Seit 1992 sind die Entgelt-Tarifverträge durchgehend für allgemeinverbindlich erklärt worden.

Innungsmitglieder haben den Tarifvertrag bereits im Februar mit der LIV direkt erhalten. Nichtmitglieder können ihn hier bestellen.

Quelle: Landesinnungsverband des bayerischen Friseurhandwerks

https://friseurebayern.com/



Download Tarifvertrag (MTV) Friseurhandwerk Bayern (PDF) (Keine Gewähr)

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Meldungen

Tarifentgelte im bayerischen Friseurhandwerk steigen zum 1. Mai 2011 (Handwerkermarkt)

 

Bayern:  Niedriglohn per Tarif

Alle in Deutschland geltenden Tariflöhne für Friseurgesellen liegen unter 10,36 EURO. In Sachsen sind es nur 3, 50 EURO pro Stunde. Sogar in Bayern und Baden-Württemberg, wo die höchsten Tarifabschlüsse im Friseurhandwerk gemacht wurden, liegt der Tariflohn für einen Gesellen mit 7,62 EURO weit unterhalb der Niedriglohnmarke. Selbst der Tariflohn für Friseure in leitender Funktion (Bayern) liegt mit 11,81 Euro nur etwas mehr als einen Euro über dem Niedriglohnsatz.

Kurios: Regelmässig verkaufen Innungen diese Art von Abschlüssen als "Tariferfolg".

Quelle der Zahlen: Statistisches Bundesamt in Berlin, LIV Bayern

 

Mehr Tariflohn seit 11/ 07 und neue Leistungszulage

Dank eines neuen Tarifabschlusses des Landesinnungsverbandes des bayerischen Friseurhandwerks mit der Gewerkschaft ver.di erhalten Mitarbeiter im bayerischen Friseurhandwerk seit November 2007 mehr Lohn. Damit erfüllt der Verband die bundesweite Forderungen von ver.di und HairWeb.de nach einem Mindestlohn von 7,50 EURO und legt sogar noch etwas drauf: Alle Gesellen ab dem zweiten Berufsjahr verdienen jetzt mindestens 7,66 Euro pro Stunde (vorher 6,06). Für Friseurmeister in verantwortlicher Stellung sieht der neue Tarifvertrag einen Stundenlohn ab 11,02 Euro vor. Erstmals enthält der Tarifvertrag auch eine Regelung zu leistungsbezogenen Lohn. Leistungsstarken Mitarbeiter haben bei entsprechenden Umsätzen Verdienstmöglichkeiten, die deutlich über ihrer Basislohngruppe liegen. Interessenten erhalten vom Landesinnungsverband ein Berechnungsmodell (siehe Link). Der Tarifvertrag trat zum 1. November 2007 in Kraft und hat eine Laufzeit von 14 Monaten.  Quelle: Landesinnungsverband byaerisches Friseurhandwerk.

Kurios: Weil der neue bayerische Abschluss "zufälligerweise" genau ein paar Cent über der auch von HairWeb unterstützten Mindestlohnforderung von 7,50 liegt, erklärt der Präsident des Zentralverbandes des deutschen Friseurhandwerks, Andreas Popp, einen bundesweiten Mindestlohn weiterhin für überflüssig. Er befürwortet somit Hungerlöhne z.B. für Friseure in Sachsen, die zum Teil noch nicht einmal die Hälfte verdienen.









Was tun, wenn man zuwenig verdient?

Anwalt.de: Rechtsberatung aus allen FachgebietenDer/die Arbeitnehmer/in muss beim Arbeitgeber den zu wenig gezahlten Lohn schriftlich geltend machen. Der Arbeitgeber kann durch eine Klage beim Arbeitsgericht gezwungen werden, die Differenz auszuzahlen. Die Kosten für die Anwalts- und Gerichtskosten übernimmt in der Regel die Prozesskostenhilfe (z.B. aufgrund des niedrigen Lohns).

Anwalts Liebling

Falls man einen Anwalt benötigt, sollte es unbedingt ein Fachanwalt sein, der auf Arbeitsrecht spezialisiert ist. Vorher sollte man sich bei dem Rechtsanwalt vergewissern, ob seine Kosten die Gebühren der Gebührenordnung für Rechsanwälte (BRAGO) nicht übersteigen. VORSICHT: Manche Anwälte verlangen für ihre "Spezialisierung" als Fachanwalt für Arbeitsrecht saftige Aufschläge und informieren ihre Klienten aus gutem Grunde oft nur unzureichend darüber.

HairWeb freut sich hingegen über jeden guten Anwalt für Arbeitsrecht, der an einem Link auf seine informative Homepage (möglichst themenrelevant) interessiert ist. Der Link wird dann an dieser Stelle aufgeführt. Bitte Kurzinfo + Link an Redaktion HairWeb.de: info@hairweb.de

Link: Fragen und Antworten zu Lohn und Gehalt bei Friseuren im Friseur-Forum




Weihnachtsgeld - ja oder nein?

Kürzung oder Streichung: Nicht zulässig wenn es bisher ohne Vorbehalt mindestens drei Mal bezahlt worden ist (betrieblicher Übung). Das gilt auch, wenn der Arbeitgeber immer auf die Freiwilligkeit der Zahlung hingewiesen hat. Quelle: DGB
Unterschiedlich hohes Weihnachtsgeld: Nur möglich, wenn sachliche Gründe dafür voliegen, z. B. ungekündigtes Arbeitsverhältnis, Zahl der Kinder, Höhe der Fehlzeiten, Dauer der Betriebszugehörigkeit und Familienstand Quelle: DGB






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