FRISEURE  und  Franchise          sprich:  FrÄnscheiss  :-)        Kosten   |   Risiken


Neuer Ratgeber: Praxisleitfaden Franchising (amazon)


Franchise kommt aus dem Englischen und heißt übersetzt "Linzenzvergabe". Es gibt Friseure, die keinen "eigenen" Salon mehr eröffnen, sondern z.B. "die großzügige Erlaubnis" erhalten, den Salon einer Friseurkette zu betreiben. Scheinbar muß man nur die Lizenz kaufen und der Laden läuft dann dank des bekannten Namens wie von selbst. Gerade bei Billigketten ist wegen blumiger und unrealistischer Versprechen Vorsicht geboten: Jede Kette will die beste sein und manche locken mit Phantasie-Umsätzen und garantiertem Erfolg. Aufgrund der Geheimniskrämerei der Franchisegeber (z.B. Salonketten) gibt es zudem große Verunsicherung und Mißverständnisse. HairWeb versucht hier, ein wenig Licht ins Dunkel zu bringen.

Wieviel muss ich insgesamt am Anfang investieren?
Für den Salon (Inventar etc.) ab ca. 30.000 Euro
Wieviel Eigenkapital muß ich haben?
Ggf. nicht einen Euro , wenn eine Bank das Projekt finanziert
Wie hoch sind die monatlichen Gebühren?
Ab 200 monatl. oder prozentual vom Umsatz (z.B. bei Toni & Guy 5 - 10 Prozent)
Was kommt sonst noch auf mich an Kosten zu?
Eintrittsgebühr, Erstausstattungsgebühr, Werbegebühren, Seminargebühren und andere
Welche Qualifikation muss ich haben?
Im Prinzip keine - HairWeb ist ein Fall bekannt, wo ein ehemaliger Amtsrichter Inhaber eines Franchise-Salons wurde.

Eigentlich ist Salon-Franchising eine gute Idee und kann für den Friseur wie für den Linzenzgeber viele Vorteile bringen. Doch Vorsicht: Mit Selbständigkeit hat das manchmal nicht mehr viel zu tun und die scheinbare Bequemlichkeit lassen sich manche Franchise-Geber mitunter fürstlich bezahlen. Fast alles ist nämlich vorgegeben und vieles muß teuer erkauft werden: Logos, Werbematerial, Preislisten, Saloneinrichtung, Kassensysteme, Beleuchtung, Produkte (Kabinett + Salon).

Was könnten die die Ziele der Franchisegeber sein und was sollte ein Interessent beachten?

Mögliche Ziele des Franchise-Gebers (z.B. des Betreibers einer Friseurkette)

  • Unter Angabe von voraussichtlichen "Phantasie-Umsätzen" Interessenten locken
  • Günstig an jemanden mit Meisterbrief zu kommen um Filiale(n) zu eröffnen
  • Möglichst viel Geld für die Lizenz zu bekommen
  • Im Anschluß möglichst hohe Provisionen/Gebühren kassieren
  • Das unternehmerische Risiko (Konkurs etc.) komplett auf den Linzenznehmer abwälzen
  • Durch Umsatzvorgaben und Ziele möglichst viel Druck ausüben
  • Möglichst viele eigene Produkte und Dienstleistungen zu verkaufen
  • Mit möglichst vielen Leistungen und vertraglichen Klauseln abhängig und "unselbständig" machen

  • Wer Interesse an einem Franchise-Vertrag hat, der sollte sich in der Materie sehr gut auskennen. Denn die größten Gefahren liegen schon im Aufeinandertreffen eines betriebswirschaftlich oft unbedarftem Friseurs und den professionellen Franchise-Experten der jeweiligen Friseurkette.

    Also: Niemals ohne Steuerberater und/oder Rechtsanwalt in Verhandlungen einsteigen.





    Du bist Kunde oder (Ex-) Mitarbeiter?  Sende uns vertraulich deine Erfahrungen: friseure(at)hairweb.de






    Wella & Hairkiller: Sollen jetzt alle zu Hairkillern werden?

    Wella bewirbt neuerdings noch intensiver für Billigfriseure. Wella´s Favorit ist jetzt der Billigdiscounter hairkiller., bei dem zuletzt sogar ein Ex-Wella-Mitarbeiter einstieg. (siehe HairWeb-Report). Es scheint alles so einfach: Per Massen-Newsletter wird allen Wella-Friseuren gerade der Kauf von spottbilligen Franchise-Lizenzen des 13-Euro-Friseurs hairkiller. empfohlen. Wella bietet sogar höherpreisigen Edel-Salons den Kauf einer oder gleich mehrerer Hairkiller-Lizenzen an, damit sie sich auch noch schnell im umkämpften Billigsegment platzieren können.

    Hinter der scheinbar "billigen Masche" steckt natürlich mehr: Bei vergleichsweise geringen Lizenzgebühren (ca. 3500 + 300 monatl.) wird bei anderen Kosten ordentlich zugelangt, denn alle Hairkiller-Salons müssen etliche Vorgaben erfüllen. Die Salonausstattung kommt natürlich von Wellas Salonsausstatter WELONDA. Die Salonsoftware kommt von ECS (Wella-Kassensystem) und die Produkte werden selbstverständlich auch von Wella geliefert. Wer bisher nur seine Saloneinrichtung bei einem Shampoohersteller orderte und Erfahrung mit (Knebel-)Verträgen hat, kann sich vorstellen, wie das aussieht, wenn alles bis zur letzten Haarklammer von einem Anbieter kommen muss.

    Was von manchen Franchise-Discountern zu halten ist, kann man kurioserweise sogar bei Wella selbst nachlesen. Das Posting im Forum des "Wella-Friseurportals" sagt eigentlich alles aus >>> zum Eintrag

    Im August 2006 erschien außerdem auf dem hauseigenen "Friseur-Portal" von Wella eine großformatige Reportage auf der Startseite mit dem heissen Tipp für Existenzgründer. Bei der empfohlenen Kette handelt es sich damals noch um den Billig-Filialisten "CUTMAN", bei dem möglicherweise nicht nur die Preise im unteren Bereich anzusiedeln sind (siehe Portrait). Wella bezeichnet den Berliner Billigfriseur als "Superheld im Friseurgeschäft" (siehe Screenshot rechts).

    Links: Billigkette "CUTMAN" | hairkiller

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    Special: Mit Geld vom Staat einen Salon eröffnen

    Buchtipp!Meister gemacht, schönen Salon gefunden und am Ende an der Finanzierung gescheitert. Damit das nicht passiert, gibt es eine Reihe staatlicher Fördermöglichkeiten. Man muß nur die richtige Quelle anzapfen: Kammern, Banken, Förderinstitute helfen bei der Beschaffung der benötigten Gelder. Zum Beispiel die KfW-Mittelstandsbank verteilt auch an Friseure, die sich selbstständig machen wollen, Fördergelder bi zu 50.000 Euro. Selbst Hartz-IV-Empfänger und Arbeitslose erhalten Zuschüsse: Man erhält so mehrere Monate lang zusätzlich zu seinem Einkommen 50% dieser Summe. Voraussetzung ist jedoch eine IHK-Stellungnahme zur Tragfähigkeit des Geschäftskonzepts.

    Links: foerderdatenbank.de, kfw-mittelstandsbank.de, nbank.de

    Selbständig ohne Meisterbrief (Taschenbuch)  




    Buchtipp!Selbständig ohne Meisterbrief
    Was Handwerkskammern gern verschweigen

    Wer sich in Deutschland im handwerklichen Bereich ohne Meisterbrief selbständig machen will, hat es schwer: ein endloser quälender Kampf gegen Organisationen und Institutionen beginnt.

    Existenzgründung ohne MeisterbriefDieses Buch erklärt den Hintergrund und zeigt Möglichkeiten auf, wie man unter bestimmten Voraussetzungen trotz allem die...mehr

     

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